ICH WILL
Fehlende Eigen-Bewertungen schwächen unseren Willen. Wenn gewünschte Schöpfungen nicht funktionieren, liegt es meistens an einem durch Zweifel reduzierten Willen. ICH WILL lässt „richtig und falsch" zu einem mächtigen Schöpfungsimpuls verschmelzen.
Wir Menschen sind ständig auf der Suche nach dem Richtigen. Wollen wir etwas haben, dann suchen wir den richtigen Weg, um es auch zu bekommen. Selbst wenn der Weg eine negative Eigenschaft hat, kann er für die Erfüllung eines Wunsches richtig sein.
„Wer gibt, darf erhalten. Wer nichts gibt, darf auch nichts erhalten."
Beispielsweise gehen wir einer frustrierenden Tätigkeit nach, damit wir Geld verdienen, um überleben zu können. Das heißt, wir leiden (negativ = Weg), um überleben zu können (positiv = Wunscherfüllung).
Oder wir lassen uns von anderen Menschen würdelos behandeln, nur weil wir eine familiäre oder partnerschaftliche Beziehung aufrecht erhalten wollen. Ein gutes Beispiel sind auch Wettkampf-Sportler, die für einen Sieg viele Stunden mühevolles Training auf sich nehmen. Eine Menge Geld ohne Aufwand (Erbschaften mal ausgenommen) ist für uns nicht denkbar. Also suchen wir nach den richtigen Möglichkeiten zur Zielerreichung. Mit anderen Worten: Wir müssen richtig geben, wenn wir auch richtig bekommen möchten.
Funktioniert es trotzdem nicht, dann haben wir was falsch gemacht. Wir sind nicht auf dem richtigen Weg! Logischerweise kann es nur so sein, denn sonst hätte sich unser Wunsch ja erfüllt. In diesem Fall vermuten wir, dass wir es im Vergleich zum Tagesdenken möglicherweise unterbewusst doch nicht so wirklich wollen. Oder wir glauben, unser menschliches Streben sei einer spirituellen Weiterentwicklung oder einfach nur dem Geist hinderlich. Auch könnten wir uns als ein zu schwacher Schöpfer fühlen. Egal warum, realistische Tatsache ist: Wir liegen als Menschen falsch, denn das Ergebnis spricht für sich.
Ab einer bestimmten Schwelle in der Entwicklung unseres Bewusst-Seins erkennen wir die spirituelle Perfektion jeder Erfahrung. Wir erkennen, dass jeder Weg, ob er nun das Gewünschte bringt oder nicht, in Wirklichkeit völlig frei von jeder menschlichen Bewertung ist. Er hat immer die 100%ig angemessene Erfahrung für uns. Hätten wir damals nicht Mist gebaut, wären wir heute um eine wertvolle Bewusst-Seins-Erweiterung ärmer. Einen Gegenbeweis haben wir nicht.
Durch das Fühlen von Negativem verändern wir uns am stärksten. "Eine aufs Dach" lässt uns viel intensiver über uns selbst nachdenken, als wenn es "wie geschmiert läuft". Warum sich um etwas kümmern, was sowieso in Ordnung ist? Die Gesundheit ist Normalzustand, hingegen eine Krankheit erfordert unsere Aufmerksamkeit.
Man könnte auch sagen: Wenn wir ein glückliches Leben führen wollen, dann ist die Gesundheit richtig und die Krankheit falsch. So denken wir bis wir erkennen, dass beide Zustände einfach nur eine bestimmte Erfahrung für spirituelles Wachstum beinhalten. Und dann...
...beginnt ein gigantisches Verwirrspiel. Einerseits versuchen wir den Bewertungen von "richtig und falsch" zu entkommen (weil Bewertungen ja angeblich falsch sind!) und andererseits spüren wir das Unangenehme einer nicht gewollten Situation. Zusätzlich beginnen wir zu verstehen, welch machtvolles Wesen wir in Wahrheit sind und welche Möglichkeiten uns damit zur Verfügung stehen könnten.
Da sitzen wir nun als Göttliche Menschen im irdischen Schlamassel und haben keine Ahnung, wie wir ein Problem lösen sollen. "Kontrolle ausüben" dürfen wir nicht mehr und "Loslassen" müssen wir. Zu allem Übel kommt noch hinzu, dass die bisherigen Methoden ohnehin nicht mehr funktionieren.
Früher, als wir Vieles noch nicht gewusst haben, war es doch so viel leichter? Wo sind bloß die Zeiten der Einfachheit? Wir hatten ein Problem und dafür die Lösung gesucht. Irgendwann war sie auch da und das Problem erledigt. Für jemanden, der sich selbst-verantwortlich fühlte, gab es nur diesen einen Weg, nämlich aktiv zu werden, um das Problem bewältigen zu können. "Verdrängung" war passiv und brachte keine Änderung. Im Gegenteil, dadurch wurde es noch schlimmer. Nun soll die Problemlösung in der Passivität des Loslassens liegen, also im Nichts-Tun?
Damit die Lösungs-Energien schöpfergerecht transformieren und manifestieren können, brauchen sie zwei Voraussetzungen:
Einen kreativen Freiraum zur Verdichtung und Synchronizität (Gleichzeitigkeit mit anderen Energien), möglichst ohne Einschränkungen. Die vorgefertigte Erwartungshaltung, wie eine Lösung auszusehen hat, schränkt die Transformation der Energien ein und limitiert ihre Möglichkeiten. Wird das Ergebnis losgelassen, dann können sich die Energien maximal ausdehnen, weil ein Problem auf sehr vielfältige Art und Weise eliminiert werden kann. Vor allem aber liegt ein Großteil dieser Möglichkeiten außerhalb unseres Vorstellungsvermögens. Deshalb ist es wichtig, die energetische Gestaltung nicht durch ein vorhandenes Denkschema in eine Zwangsjacke zu sperren.
Am Wichtigsten für die Energien ist die klare und eindeutige Ausrichtung. Sie benötigen einen konkreten und unmissverständlichen Impuls, WAS sie manifestieren sollen. Der Schöpfungsakt ist eine Definition des menschlichen Willens ohne Zweifel.
Versucht man den eigenen Willen mit "richtig und falsch" zu bewerten, kommen meist sehr rasch Zweifel auf und der Impuls verliert noch im selben Augenblick an Kraft. Vor allem bei der Frage, ob die Erfüllung eines persönlichen Wunsches gut oder schlecht (richtig und falsch) für andere Menschen sei, entsteht ein unlösbarer Zwiespalt. Niemand kann wirklich wissen, was für eine andere Person gut oder schlecht ist. Die seelische Lebensabsicht eines Menschens kennt nur der jeweilige Mensch selbst. Und selbst bei ihm/ihr liegt so manches im Verborgenen. Wie soll es da jemand anderer wissen?
Meine eigene Erfahrung ist, dass ich den unbeabsichtigten Einfluss auf meine Umgebung sowieso nicht steuern kann. Was der Eine "echt super" findet, ist für den Anderen "völliger Schwachsinn", während der Dritte "interessant" sagt und sich beide Seiten offen lässt. Es hängt immer von der individuellen Persönlichkeit des Empfängers ab und entzieht sich meiner Einflussnahme. Aus diesem Grund ist jede Beurteilung der möglichen Auswirkungen meiner Schöpfungen mit „richtig und falsch" sinnlos. Es hat aber nichts mit Mitgefühl zu tun. Die Auswirkungen zu beobachten ist eine andere Sache.
Unser Leben ist eine lückenlose Aneinanderreihung von Entscheidungen. Jeder Entscheidung liegt eine vorher gegangene Bewertung zugrunde. Wieso sollte man sich für etwas entscheiden, wenn man sich nichts Gutes davon „versprechen" würde? Wäre doch ziemlich dumm! Auch wenn es ohne bewusstes Denken abläuft, so ist dennoch jeder Atemzug die Konsequenz einer Entscheidung. Genauso wie das Frühstücksei automatisch bewertet wird, ob es schmeckt oder nicht schmeckt. Es ist eine Frage des Überlebens, wenn man beurteilt, ob die Badehose bei Minus 30 Grad in Ordnung ist oder doch besser die Daunenjacke angezogen werden sollte.
Das Verwirrspiel eines Göttlichen Menschens im irdischen Schlamassel kann sehr schnell mit der Erkenntnis beendet werden, dass es ab der oben erwähnten Schwelle im Bewusst-Sein nur mehr einen einzigen Maßstab gibt:
ICH WILL oder ICH WILL NICHT
Hier liegt auch der Schlüssel zum „richtigen oder falschen" Weg. Wenn ein Schöpfer etwas WILL, dann entzieht sich jeder Weg einer dualen Beurteilung. „Richtig und Falsch" verschmelzen zum Willen eines Schöpfers, der eine Erweiterung seines Bewusst-Sein durch Erfahrungen haben möchte. Wie es in weiterer Folge von anderen Menschen bewertet wird, ist nicht seine/ihre Angelegenheit. Wenn dem Schöpfer seine Manifestierung nicht gefällt, dann ändert er/sie ganz einfach sein/ihr ICH WILL. Manifestiert es sich aber nicht (oder nicht das, was er/sie WILL), so liegt es fast immer an einem zweifelndem ICH WILL!
„Des Menschen Wille ist sein Himmelreich!"
„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!"
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