Innere Balance – eine Illusion

Die vollkommene innere Balance ist aufgrund der zweiseitigen Energie des Universums nicht erreichbar. Durch die Inanspruchnahme der Eigen-Verantwortung können die gefühlsmäßigen Auswirkungen äußerer Veränderungen zwar gemildert, aber nicht eliminiert werden. Trotzdem gibt es die Möglichkeit, eine neue Ebene zu betreten.


Wer die "innere Balance" oder "emotionale Ausgeglichenheit" sucht, strebt nach einer positiven Stabilität der Gefühle. Die Idealvorstellung ist eine friedvolle und gelassene Reaktion auf alle Veränderungen. Besonders dann, wenn sie schwierig oder schmerzvoll sind. Die Radarstrafe mit einem Lächeln zu bezahlen, ist doch viel angenehmer als auf die blöde Geschwindigkeitsbeschränkung zu schimpfen? Außerdem ändert es so wie so nichts, denn bezahlt muss auf jeden Fall werden.

Der gefühlsmäßige Unterschied zwischen dem Lächeln und der Beschimpfung hängt mit der Eigen-Verantwortung zusammen. Empfinde ich mich als Opfer der Straßenbehörde, dann komme ich in einen negativen Gefühlszustand. Ich bin wütend, weil sie mich zu etwas zwingt, was ich nicht will. Aus diesem Grund liegt die Verantwortung für meine Wut nicht bei mir, sondern bei der Straßenbehörde. Was kann ich denn dafür, wenn sie "60" aufstellt wo man problemlos "100" fahren kann. Selbst schuld!

Ist mir hingegen bewusst, dass ausschließlich nur ich kreativer Schöpfer meines Lebens sein kann, so ist auch meine Gefühlswelt eine andere. Ich habe durch meine Handlung in der Vergangenheit die aktuelle Situation verursacht. Welche Gründe dafür auch immer ausschlaggebend gewesen sein mögen, ist jetzt nicht mehr wichtig. Es ist, wie es war! Niemand - außer mir - trägt Schuld. Wenn ich bei "60" mit 100 km/h durchrase, dann muss ich mit einem netten Metaphysiker-auf-der-Flucht-Foto rechnen. Selbst schuld!

Wird durch die Inanspruchnahme der Eigen-Verantwortung eine positive Stabilität der Gefühle erreicht?

Nein! Bei genauer Betrachtung erkennt man, dass beide Reaktionen grundsätzlich einen negativen Hintergrund haben. Unterschiedlich ist nur die Intensität der unangenehmen Gefühle. Das "Opfer" wird von der enormen Energie einer Wut beherrscht und der "Selbst-Schuldige" ärgert sich trotzdem (ein bisschen). Zumindest könnte er/sie meinen, das Geld sei in der Pizzeria des Vertrauens sinnvoller "angelegt" als bei irgendeiner unpersönlichen Straf-Inkassostelle. Damit werden auch beim „Lächeln" keine echten positiven Gefühle erreicht.


Könnte der Schlüssel bei "Schuld" liegen?

Nein! Projektionen von Schuld stehen immer in Zusammenhang mit einer Opferhaltung. Weise ich mir die Schuld zu, dann übernehme ich scheinbar die Verantwortung für meine Handlungen. Nicht wirklich! In Wahrheit mache ich mich zum Opfer von mir selbst. Dies kann man gut an dem Wörtchen "muss" erkennen. In der spontanen Sprache drückt das Herz damit einen vorhandenen Zwang über den Kehlkopf aus. Die Entfaltung meines Willens und meiner Vorstellungen werden durch einen von mir offensichtlich nicht kontrollierbaren Umstand verhindert. "Weil ich mir die Suppe selbst gekocht habe, muss ich sie nun auch selbst auslöffeln!"

Was ist die "Lösung"?

Die vollkommene positive Stabilität der Gefühle oder gänzliche emotionale Ausgeglichenheit zu erreichen, ist nicht möglich. In der dualen Yin/Yang-Energie unseres Universums gibt es immer zwei Seiten einer einzigen Sache. Positives braucht Negatives genauso wie Gutes erst durch Schlechtes zur Einheit wird. Bei den Bewertungen "sehr gut" und "weniger gut" ist zwar die absolute Ebene hoch, relativ unterscheiden sie sich aber trotzdem auf der Grundlage von „Positiv und Negativ".

Genau so verhalten sich auch unsere Empfindungen. Es wird immer unterschiedliche Reaktionen auf äußere Veränderungen in unserer inneren Welt geben. Dies ist nicht änderbar, weil wir sonst unser Bewusst-Sein nicht mehr weiter entwickeln könnten. Damit bleibt nur die Frage offen, wie kann der Einfluss von Leid und unangenehmen Zuständen auf unser Leben gesenkt werden?

Die Antwort ist sehr einfach. Lediglich die Integration in den Alltag stellt eine ziemliche Herausforderung dar:
Es geht nicht um die Kontinuität guter Gefühle, sondern um die Akzeptanz, nicht perfekt sein zu können. Vor allem aber, nicht perfekt sein zu müssen.
Und genau das ist die Göttliche Perfektion eines menschlichen Wesens. Es ist die Entscheidung, ein Mensch auf dieser wundenschönen Erde zu sein.


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