Mehr Effizienz und Erfolg – dank Wissen, Erfahrung und Idee

Erschienen in wissensmanagement - Das Magazin für Führungskräfte Heft 5/2007

Wenn wir etwas theoretisch lernen, dann vergessen wir es meist auch wieder. Es sei denn, wir fühlen dieses Wissen. Erfahrungen machen uns zu weisen Menschen. Zugleich aber schränken sie unseren geistigen Horizont auch ein. Eine intuitive Idee ist die Verschmelzung von Kenntnis und Erfahrung im selben Augenblick. Da Wissen fast immer mit „richtig" oder „falsch" verbunden ist, stellt sich die Notwendigkeit eines praktischen Selbst-Managements, dem die eigene Beurteilung zu Grunde liegt.



Inhalt

Wissen und Zeit sind untrennbar

Effizienz der Idee

Paradoxon der Erfahrung

Selbstregulation von theoretischem Wissen

Praktisches Management

 


Wissen und Zeit sind untrennbar

Effektiver arbeiten und erfolgreicher handeln bedeutet, den persönlichen Ertrag aus dem eigenen Wissen zu optimieren. Dafür spielt Zeit eine wichtige Rolle. Es stellt nämlich einen erheblichen Unterschied dar, ob wir eine bestimmte Menge an Erfolg innerhalb eines kurzen oder langen Zeitraums realisieren. Bringt ein Finanzdienstleister die Versicherungssumme von 1 Million Euro bei nur einem einzigen Termin an den Mann bzw. die Frau, dann hat er viel effektiver gearbeitet und erfolgreicher gehandelt, als wenn er dafür drei Monate gebraucht hätte. Neben dem Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, muss er aber auch das gesamte Informationsbedürfnis des Kunden befriedigen können. Das heißt, er braucht einen großen Fundus an Wissen. Es nützt jedoch alles nichts, wenn er nicht schon vorher die Idee gehabt hätte, diesen Kunden zu kontaktieren. Wäre es der falsche Zeitpunkt und der Kunde nicht erreichbar gewesen, dann könnte er sich seine gesamten Fachkenntnisse „an den Hut stecken".

Anhand dieses kleinen Beispiels lässt sich gut erkennen, dass Wissen und Zeit untrennbar zusammengehören. Theorien und Überlegungen im Kopf bedürfen einer passenden Gelegenheit der Umsetzung. Wer in einer Situation festgefahren ist und nicht weiß, wie er sie lösen kann, hat genau das gleiche Resultat wie jemand, der es zwar weiß, aber nicht in einer solchen Situation ist. Wobei erwähnt werden sollte, dass es eine Menge Leute gibt, die genau wissen, wir es geht, aber jede Gelegenheit zur Umsetzung tunlichst vermeiden. Denn genau dieser Zeitpunkt würde ihre intellektuelle Macht einer Prüfung mit offenem Ergebnis unterziehen. Theoretiker können aber eine gute Hilfestellung für Wissen-Suchende abgeben.

Wenn Wissen Zeit findet, entsteht eine Realität, die wir über unseren Körper wahrnehmen können. Unsere fünf Sinne registrieren Ereignisse in der Außenwelt und leiten sie über die Nerven an das Gehirn weiter. Dort werden sie entsprechend definiert, eingeordnet und mit der Weitergabe an das Bewusst-Sein emotional bewertet. Aus einer Theorie ist Praxis entstanden. Mit Hilfe unserer Gefühle haben wir etwas erfahren, was zuerst nur im Kopf existiert hat. Dadurch ist es zu einem Teil von uns geworden. Was wir erleben, integrieren wir, weil es durch die Gefühle in unserem Bewusst-Sein unauslöschlich festgeschrieben wird. Alle persönlichen Empfindungen sind Übertragungen von Informationen. Man kann auch sagen, wir kommunizieren mit dem Außen. Und diese individuellen Informations-Energien werden gespeichert. Gleichzeitig bekommen sie einen Stempel der Bewertung aufgedrückt, das heißt, wir beurteilen, was das Aufgenommene für einen Wert für uns hat. Fast immer basiert es auf den zwei extremen Zuständen von „gut" und „schlecht". In der Praxis ergeben sich dadurch unzählige Grauschattierungen. Eher selten bewerten wir mit „neutral". So wird allgemein gültiges Wissen zu einer persönlich qualifizierten Erfahrung.

Man kann es mit der Installation eines Programms auf die Festplatte des PCs vergleichen. Alles was in diesem Zusammenhang da ist, wird gespeichert. Sollte zukünftig ein Erlebnis wahrgenommen werden, dass dieser Software entspricht, dann wird das gesamte Programm wieder aufgerufen und alle enthaltenen Befehlszeilen abgearbeitet.

„Bewusst-Sein" steht als zusammenfassender Begriff von Erfahrungen und Realität, weil alles, was wir in unserer individuellen Realität erfahren, auch bewusst registriert wird. Es sei denn, wir verdrängen es, indem wir die in Raum und Zeit erscheinenden Fakten nicht zur Kenntnis nehmen.
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Effizienz der Idee

Zuerst etwas theoretisch lernen und es anschließend in der Zeit als Erfahrung zu integrieren, muss aber nicht immer in dieser Reihenfolge ablaufen. Es kann auch sein, dass uns situationsbedingt etwas intuitiv bewusst wird, von dem wir vorher gar keine Ahnung hatten. In einem solchen Fall verschmelzen Wissen, Zeit und Bewusst-Sein zu einem einzigen Augenblick. Es stellt das Optimum menschlicher Entwicklung dar. Umgangsprachlich bezeichnen wir so eine Intuition als Idee. Damit sind nicht direkt die metaphysischen Ideen des griechischen Philosophen Platon (427 - 347 v. Chr.) gemeint, sondern einfach nur der Geistesblitz im richtigen Moment.

Nehmen wir an, Sie haben ein Problem und suchen angestrengt nach der Lösung. Plötzlich wird Ihnen bewusst, wo sie liegt. Innerhalb eines ganz kurzen Augenblicks sehen Sie die Lösung mit Ihrem inneren Auge, spüren sie im ganzen Körper und zugleich wissen Sie exakt, worum es geht. Es ist meist ein aus der Region des Herzens und des Solarplexus nach oben steigendes Gefühl. Der gesamte Inhalt des Problems wird einfach und klar. Und die bisher mühevoll investierte Kopfarbeit ist wahrscheinlich „für die Katz". Sie haben eine Idee! Was war geschehen?

Ihr Bewusst-Sein hat einen interdimensionalen Zugang geöffnet und die dementsprechende Informations-Energie konnte hereinkommen. Sie kam aus einem Bereich, der außerhalb unseres menschlichen Fokus liegt. Fast immer ist es eine direkte Verbindung zur Seele. Dort ist jede nur erdenkliche Antwort bereits vorhanden. Aufgrund der Komplexität dieses Themas erlaube ich mir, die Aussage ohne weitere Erklärungen so stehen zu lassen.

Die Idee kommt aber nur dann, wenn wir in unseren Gefühlen und Gedanken halbwegs frei sind. Sobald wir eine stressbedingte Aktivität entwickeln, blockieren wir den Zugang. Möglicherweise beschäftigen wir uns gerade mit etwas ganz anderem und es blitzt. Energie muss fließen und sich bewegen können. Es ist das gleiche Prinzip wie die Funktionsweise eines Muskels. Während einer Verkrampfung fällt jede Bewegung schwer und kostet sehr viel Mühe. Deshalb sollte bei einer anstrengenden Tätigkeit, egal ob körperlich oder geistig, auf die dazugehörige Entspannung geachtet werden. Mit der Nicht-Lösungs-Suche finden wir die Lösung schneller und leichter, als wenn wir uns ausschließlich darauf konzentrieren und sie unbedingt haben wollen. Weniger ist mehr. Wir steigern unsere Effizienz, weil uns ein größerer Pool an Informationen zur Verfügung steht. Und verzichten damit auf „sinnlose" Arbeit.
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Paradoxon der Erfahrung

Das Erlebte wird als Wissen und gleichzeitiger Empfindungen abgespeichert. Dieser kausale Zusammenhang lässt uns glauben, dass die Vergangenheit in die Zukunft übertragen werden kann. Was war, wird auch wieder sein. Eine andere Möglichkeit ist für uns nur sehr schwierig denkbar. Wir wandeln neutrales Wissen zu einem System des Glaubens um. Dadurch begeben wir uns in ein geistiges Gefängnis, dessen Fenster mit diesen bestätigten Zusammenhängen vergittert sind. Je mehr Erfahrungen wir haben, desto enger wird es. Als Mensch sitzen wir in der Zelle unserer Realität. Werfen wir einen Blick nach draußen, dann trüben die Gitter unser Sichtfeld ein und lassen nur durch, was innerhalb der Stäbe Platz findet. Es ist das Paradoxon der Erfahrungen. Je mehr wir erlebt haben, desto stärker sind wir im Rahmen dieser Erinnerungen fixiert. Kindern und Jugendlichen fällt es leichter, etwas Neues zu lernen, weil ihre geistige Flexibilität noch höher ist. Wenn wir älter werden, gestaltet sich die Akzeptanz von Veränderungen zunehmend schwieriger.

Als erfahrener Erdenbürger haben wir dann zwar „viel drauf", aber andererseits bereitet es uns immer mehr Mühe, das vorhandene Bewusst-Sein weiter auszudehnen. Dies ist kein Widerspruch in sich, sondern eine wohldurchdachte Harmonie menschlicher Zentrierung innerhalb von Raum und Zeit. Bewusst-Sein muss für seinen Träger verkraftbar bleiben. Während Kinder mit noch wenigen Erfahrungen des Lebens „belastet" sind, wird es bei einem älteren Erwachsenen bereits voll. Auf Grund der materiellen Beschränkung unserer Gehirnkapazitäten können wir nur eine limitierte Menge an Informations-Energien verarbeiten und speichern. Das ist unter anderem einer der wichtigsten Hintergründe, warum wir altern. Wir treten einen langsamen, aber sicheren Rückzug aus den Veränderungen des Lebens und deren informationellen Auswirkungen auf uns an. Niemand wird die Tatsache bestreiten, dass Leute, die sich auch im betagten Stadium geistig fordern, körperlich rüstiger sind als diejenigen, die es nicht tun. Mit anderen Worten: Die Festplatte wird voll.
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Selbstregulation von theoretischem Wissen

Im Gegensatz dazu können wir uns mit theoretischer Bildung vollstopfen, wie wir gerade lustig sind. Die Menge dieser Kopflast regulieren wir durch Vergessen. Wenn wir zum Beispiel einen Vortrag besuchen, dann hoffen wir, die von außen kommenden Informationen in unserem Körper (linke Gehirnhälfte) ablegen zu können. Durch Hören und Sehen wollen wir die empfangenen akustischen und optischen Energien aufnehmen und in uns verankern, um sie bei Bedarf abrufen zu können. Gleichzeitig mit dem biologischen Prozess der Registrierung (Auge, Ohr) wird aber auch eine Selektierung durch das persönliche Energiefeld (Aura, Geist, Bewusst-Sein) aktiv. Um uns vor einer Überforderung zu schützen, lässt es nur die Informationen durch, die uns ins Bild passen. Technisch gesehen nehmen wir zwar die gesamte Bandbreite an Energien auf, aber bewusst registriert wird nur ein kleiner Teil davon. Den Rest neutralisiert es. Der aufgenommene Teil findet eine materielle Verankerung im Gehirn, bleibt aber im Bewusst-Sein isoliert. Es ist, wie oben beschrieben, noch kein Teil von uns selbst geworden. Wir stellen die Energien in eine Warteschleife und warten auf eine gefühlsmäßige Bewertung (Zeitpunkt) zur Integration.

Die wichtigste Eigenschaft von Energie ist ihr ständiges Streben nach Ausgewogenheit. Kommen zwei oder mehrere Kräfte zusammen, dann suchen sie sofort ein gemeinsames Gleichgewicht. Gemäß ihrer Mächtigkeit verflechten sie zu einem kollektiven Energiegewebe. Unser Bewusst-Sein ist eine sehr dominante Schwingung, daher ist es nicht verwunderlich, wenn sie etwas Eingedrungenes (Fremdes) im Lauf der Zeit immer mehr verdrängt. Wir vergessen! Die Zellerneuerung des Körpers hat ebenfalls damit zu tun, weil sich energetische Veränderungen in der Materie äußeren. Umgekehrt funktioniert die Verbindung natürlich genauso. Wenn durch eine Krankheit, einem Unfall oder durch Alkohol Gehirnzellen vernichtet werden, geht die biologische Verankerung verloren und die isolierten Informations-Energien können sehr leicht und schnell vom eigenen Energiefeld eliminiert werden.
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Praktisches Management

Seit jeher ist Wissen auch ein sehr großer Machtfaktor. Ein Mensch, der mehr als die anderen weiß, kann Kontrolle ausüben, andere zu seinen Gunsten beeinflussen und er bekommt Macht übertragen. Zugleich wird er aber auch für das Positive verantwortlich gemacht. Mit anderen Worten: Ich beuge mich dem, was du als richtig erachtest und dafür bringst du mir das Gute. Dieses Prinzip bildet die Grundlage der Struktur unserer sozialen Systeme. Es besteht überall dort, wo es Vorschriften gibt, wie z.B. bei Regierungen (Gesetze), in Religionen (Verhaltensnormen, Rituale), Unternehmen (Anweisungen des Managements), Familien (Erziehung), im Sport (Trainer) usw. Das heißt, Wissen ist auch untrennbar mit den dualitären Aussagen von „richtig" und „falsch" verbunden. Aus diesem Grund wurde das einfache Volk bewusst „dumm" gehalten. Noch heute besteht ein eherner Zusammenhang zwischen sozialer Stellung und Bildung.

Durch die Massenmedien ist die Verbreitung von Informationen sehr einfach und global geworden. Aber an der Problematik hat sich deswegen nichts geändert. Es verhält sich nur viel subtiler. Der Aufstieg zur Informationsgesellschaft hat uns einen Kopf voller isolierter Bewusst-Seins-Inhalte gebracht. Mit ihren damit verbundenen Aussagen von „richtig" und „falsch" leiten sie uns oft auf einen Weg, der von unserem Inneren wegführt. Wir folgen Aussagen, die uns andere als gute Wahrheit vorgeben, anstatt sie in unserem Inneren auf Stimmigkeit zu prüfen. Je komplizierter sie dargestellt sind, desto höher ist ihre Glaubwürdigkeit für uns. Abgesehen von fachspezifischen Themen, die nicht mit dem Menschen in direktem Zusammenhang stehen, ist der Kern aber immer einfach.

Es gibt zum Beispiel eine Menge Theorien, wie Mitarbeiterführung aussehen soll. Alle mögen richtig sein und einem Mainstream folgen. Welche ist aber nun die passende? Das ist völlig egal, denn es geht nur um eine einzige Sache: Achtung! Die Achtung vor sich selbst und den Mitmenschen sowie die Achtung vor dem Unternehmen als die Summe zweckorientierter Individuen. In diesem Konzept ist alles enthalten, was es braucht, ohne sich dabei selbst verleugnen zu müssen.

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